Torticollis oder Schiefhals beim Kiss-Syndrom

Als “Torticollis” (Torticollis von lat. “torti” = verdreht und “collis” = Nacken) oder “Schiefhals” bezeichnet man eine durch ein unwillkürliches Zusammenziehen der Halsmuskulatur verursachte Seitenneigung des Kopfes. Von “Torticollis spasmodicus” oder auch Torticollis spasticus” spricht man, wenn die Seitenneigung des Kopfes mit Krämpfen und/oder Zittern einhergeht.

Die vom Kiss-Syndrom betroffenen Säuglinge lassen zwar auch häufig eine deutliche Seitenneigung des Kopfes erkennen, jedoch wäre es falsch hier vom Torticollis oder Schiefhals zu sprechen, da die Ursache der Seitenneigung und in der Folge auch der einseitigen Verkürzung der Halsmuskulatur eben nicht wie beim echten Schiefhals in einer vegetativen Dystonie der Nackenmuskulatur zu sehen ist.

Bei den Kiss Kindern entsteht die Seitenneigung des Kopfes in den meisten Fällen als sekundäres Symptom aus der ursächlichen Fehlstellung und Blockade der Kopfgelenke. Es gibt allerdings auch Säuglinge die durch eine besondere Lage oder Enge in der Gebärmutter z.B. durch ein Septum oder Myom bereits mit einer einseitig verkürzten Muskulatur des Nackens geboren werden.